Bräutigamseiche - Ein Lied für den Liebesbriefkasten
Eutiner Musiker Addi Kahl komponiert Lied über die Bräutigamseiche in der Holsteinischen Schweiz

Nun gibt es auch ein Lied über die Bräutigamseiche. "Als Hiesiger", wie sich der Musikalienhändler und Liedermacher Addi Kahl aus Eutin selbst bezeichnet, "dachte ich mir: Mach doch mal was draus."


Die Eiche in der Dodauer Forst hat schon
viele Freundschaften und Ehen vermittelt.

Seit vielen Jahren singen Addi Kahl und sein Kollege Olaf Jahns mit ihrem Duo "Frische Bris´" Evergreens, heimatliche und maritime Lieder oft auch in Funk und Fernsehen.

Ein Stück über die traditionsreiche Eiche im Dodauer Forst Eutin hatten die beiden bisher noch nicht in ihrem Repertoire.

Höchste Zeit, dachte sich der Liedermacher, das Wahrzeichen der Holsteinischen Schweiz zu besingen. Seit vielen Jahren ist der Liebesbriefkasten im Astloch der Eiche über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Kontaktsuchende schreiben ihre Wünsche an die Bräutigamseiche "Dodauer Forst, 23701 Eutin".

Täglich bis zu 40 Briefe legen die Zusteller der Deutschen Post dann in das Astloch der knorrigen Eiche.

Briefe aus der ganzen Welt

Über die vielen verschiedenen Länder, aus denen die Briefe an die Eiche kommen, kann Kahls Gesangskollege Olaf Jahns aus eigener Anschauung berichten. Als Zusteller bei der Deutschen Post in Eutin steht die Bräutigamseiche das eine oder andere Mal auf seinem Zustellplan.

Seit 1927 verfügt die Bräutigamseiche bereits über eine eigene Anschrift, an die die Deutsche Post mehr als 1 000 Sendungen im Jahr zustellt. Die Geschichte der Eiche reicht jedoch viel weiter zurück:
Vor 500 Jahren, erzählt man sich, wurde ein keltischer Fürstensohn, der von Feinden gefesselt im Dodauer Forst zurückgelassen wurde, von einem jungen Mädchen entdeckt und befreit.

Zum Dank und als Erinnerung an seine Rettung pflanzte der Edelmann die Eiche, deren Stamm inzwischen einen Umfang von mehr als fünf Metern misst.

Mehr als 100 Eheschließungen dank der Eiche

Am 2. Juni 1891 erhielt die Eiche ihren Beinamen "Bräutigamseiche". An diesem Tag ließen sich die Tochter des damaligen Oberforstmeisters Ohrt und der Leipziger Schokoladen-Fabrikant Schütte-Felsche unter der Bräutigamseiche trauen. Auf der Hochzeitsfeier wurde bekannt, dass die beiden ihre Liebesbriefe ein Jahr lang in dem Astloch der Eiche deponiert hatten.

Heute erreichen Briefe aus allen Kontinenten die Eiche. Ein Briefgeheimnis gilt für die Bräutigamseiche nicht. Die Briefe werden herausgenommen, gelesen und bei Interesse mitgenommen, ansonsten wieder zurückgelegt. Eine kleine Leiter, die die Forstverwaltung am Baumstamm befestigte, erleichtert den Freundschafts- oder Heiratssuchenden den Zugriff in das Astloch, das sich in vier Meter Höhe befindet.

Mehr als 100 Ehen sollen mittlerweile über die Bräutigamseiche geschlossen worden sein.

Kontakt:
Uwe Reher
Deutsche Post
Pressestelle Hamburg
Tel.: (0 40) 63 88 - 55 55
Fax: (0 40) 63 88 - 10 20
pressestelle.hamburg@deutschepost.de

http://www.deutschepost.de/dpag?check=yes&lang=de_DE&xmlFile=47012  (gefunden am 05.11.2004)